Chronik ( 1833 - 1945 )

1833



... ist der Komponist Albert Lortzing häufig zu Gast im Keller und arbeitet
mit seinen Freunden an der Oper "Zar und  Zimmermann", die 1837 in Leipzig
uraufgeführt wird.

1850



... wird der Keller durch den Gastwirt Schultze sorgfältig restauriert und am 12. September wiedereröffnet. Der bisher nur während der Messen als Gastraum genutzte Fasskeller wird jetzt für den täglichen Gastbetrieb freigegeben.

 

1855



... wird durch den Wirt Heinrich Schulze die erste zuverlässige Chronik von Auerbachs Keller mit dem Titel "Faust in Leipzig" herausgegeben. Wegen der zahlreichen ausländischen Gäste gibt es auch eine englische Version des Buches.

 

1885



... besucht der japanische Militärarzt Mori Ôgai (1862-1922) während seines Studienaufenthaltes in Deutschland am 27. Dezember Auerbachs Keller. Hier erhält er die Anregung, Goethes "Faust" ins Japanische zu übersetzen. In sein Tagebuch schrieb er, dass er  zum Spaß eingewilligt habe den "Faust" ins Japanische zu übersetzen. Seine bis heute gültige Übersetzung ist 1913 gedruckt worden.
1902



... veröffentlicht Gustav Wustmann, Direktor der Leipziger Stadtbibliothek und des Stadtarchivs, die bis heute einzige Biografie über Heinrich Stromers von Auerbach.

 

1911



... kauft der Kofferfabrikant Anton Mädler Auerbachs Hof inklusive Keller auf Abbruch. Nach weltweiten Protesten entscheidet sich Mädler dafür, den Keller nicht nur zu erhalten, sondern auch zu erweitern.

 

1913



... wird am 22. Februar der vergrößerte Keller feierlich eröffnet. Hinzugekommen sind der Große Keller und der Weinsalon Alt-Leipzig. Am 24. September werden an der doppelläufigen Treppe in der Mädler-Passage die Bronzeplastiken von Mathieu Molitor aufgestellt. Sie zeigen Faust und Mephistopheles auf der einen Seite und auf der anderen die verzauberten Studenten. Seither ist es guter Brauch, Faust den Schuh mit der Hand zu polieren, um damit den Anspruch zu erwerben, wieder einmal zurück nach Leipzig kommen zu können.

 

1927



... übernimmt die Brauerei Dortmunder Union als Pächter Auerbachs Keller. Damit wird das Wein-Monopol im Keller beendet. Am Eingang zur Mädler-Passage wird der Schriftzug "Auerbachs Keller" als Leipzigs erste Neon-Leuchtreklame angebracht.

 

1930



... wird zum 400jährigen Bestehen von Auerbachs Hof von dem Schriftsteller und Maler Paul Daehne eine Festschrift mit der ausführlichen Geschichte des Hauses verfasst.

 

1945



... dient der Keller nach Kriegsende zur Lebensmittelversorgung von Flüchtlingen und Ausgebombten, ehe ihn das sowjetische Reisebüro Intourist übernimmt. Während der Messen ist der Keller als Messegaststätte nur für westliche Besucher geöffnet, die hier auch in Dollar zahlen müssen.