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13.08.2014

Wandgemälde im Fasskeller werden restauriert

Leipzig - Der Auerbachs Keller Leipzig besticht nicht nur durch sein kulinarisches Angebot, sondern auch durch die zahlreichen historischen Gemälde, mit denen das Traditionsgasthaus geschmückt ist. Um diese für die Nachwelt zu erhalten, sind derzeit drei Restauratoren im Fasskeller fleißig bei der Arbeit. Sie sichern geschädigte Bereiche der Ausmalungen und kartieren die Schäden. Damit sollen die Umfänge einer künftigen Restaurierung abgeschätzt und weitere Maßnahmen geplant werden.

Bei ihrer Aufgabe haben Dr. Arnulf Dähne, Oliver Tietze und Paula Sowa gleich mit mehreren Schwierigkeiten zu kämpfen: Die großen Leinwandgemälde wurden 1913 direkt auf den Kalk-Putz des Kellergewölbes aufgetragen und mit dekorativer Wandmalerei umrahmt. Die massive Gewölberekonstruktion ermöglicht es nicht, hinter die Bilder zu schauen. Die Malereien haben in der Vergangenheit schon mehrfach restauratorische Eingriffe erfordert. Dabei wurden sie teilweise auch verändert. Problematisch ist, dass für viele dieser Arbeiten keine Dokumentationen existieren. Angeblich befand der ehemalige Staatsratsvorsitzende der DDR, Walter Ulbricht, dass die Bilder zu düster seien und ließ den Hintergrund kurzerhand mit weißer Farbe überstreichen.

„Die größten Schäden entstanden jedoch durch Versalzung aufgrund von Wassereinbrüchen, Erschütterungen durch die darüber liegende Mädler-Passage sowie die Verschmutzung mit Nikotin, Dunst und Staub“, erklärt Diplomrestaurator Dr. Dähne. „Durch auskristallisierende Mauersalze kommt es stellenweise zum Ablösen der Bilder vom Untergrund.“

Die aktuelle Restaurierung ist nur der erste Schritt: Sie dient der Bestandsaufnahme und Notsicherung der Schäden. Im Anschluss wird ein Konzept für die Gesamtrestaurierung entwickelt werden. Diese ist für die nächsten ein bis zwei Jahre geplant. Parallel zu den aktuellen Arbeiten werden auch klimatechnische Messungen durchgeführt. „Die Ergebnisse nutzen wir, um in Zukunft ein bestmögliches Restaurations-Ergebnis zu erzielen“, so Dr. Dähne.

Auerbachs Keller in der Mädler-Passage ist die berühmteste Traditionsgaststätte in Leipzig. Bereits 1525 wurde hier an Studenten Wein ausgeschenkt. Seinen Namen erhielt das Lokal nach seinem Gründer, dem Mediziner und Universitätsprofessor Heinrich Stromer von Auerbach (in der Oberpfalz). 1625 ließ sein Enkel Johann Vetzer den Fassritt Fausts auf zwei Tafeln im Kellergewölbe malen. Diese verhalfen der Studentenkneipe zu Weltruhm und inspirierten später Johann Wolfgang Goethe zur Faustdichtung. Während der DDR-Zeit gehörte Auerbachs Keller zu den Prestige-objekten von Leipzig, wo gern ausländische Gäste empfangen wurden. Schwierig war es, spontan einen Platz zu bekommen. 1995 kam es unter neuem Investor zum Konkurs und zeitweiliger Schließung des Hauses. 1996 wurden die Türen des Kellers für die Leipziger und ihre Gäste wiedereröffnet. Seit dem Bestehen von Auerbachs Keller sind hier schätzungsweise rund 92 Millionen Menschen bewirtet worden. Einer amerikanischen Studie zur Folge rangiert Auerbachs Keller unter den zehn bekanntesten Gaststätten der Welt derzeit auf Rang fünf.

Bildzeile:

Diplom Restaurator Arnulf Dähne und Restaurations-Studentin Paula Sowa sichern Teile des über einhundert Jahre alten Deckengemäldes in Auerbachs Keller Leipzig.

Foto: Christian Nitsche - Abdruck honorarfrei

Herausgeber:

Auerbachs Keller Leipzig

Rothenberger Betriebs GmbH

Grimmaische Straße 2-4

04109 Leipzig

http://www.auerbachs-keller-leipzig.de/

Kontakt:

Katharina Schaller

Telefon 0341-2161015

Fax 0341-2161026

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